SAP PI/PO Migration in die SAP Integration Suite
Die Wartung für SAP Process Integration und SAP Process Orchestration läuft Ende 2027 aus. Wer heute noch produktive Schnittstellen auf PI oder PO betreibt, hat ein terminiertes Projekt vor sich. Wir begleiten diese Migration in die SAP Integration Suite — von der Bestandsaufnahme bis zur produktiven Ablösung.
Erst zählen, dann entscheiden
Am Anfang steht eine belastbare Inventur: Wie viele Schnittstellen laufen wirklich, welche davon sind seit Jahren tot, welche hängen an Java-Mappings, BPM-Prozessen oder B2B-Szenarien, und welche Adapter haben in der Zielplattform kein direktes Gegenstück.
Das SAP Migration Assessment liefert dafür die maschinelle Grundlage. Die Bewertung, was daraus folgt, liefert es nicht — genau da liegt die Beratungsleistung.
Brownfield oder Greenfield, pro Schnittstelle entschieden
Die Frage wird selten für die gesamte Landschaft richtig beantwortet, sondern pro Strecke. Eine technisch saubere Standardschnittstelle wird möglichst unverändert übernommen. Eine über Jahre gewachsene Strecke mit Sonderlogik wird neu geschnitten, weil ihre Übernahme die Altlast in die neue Plattform trägt.
Erfahrungsgemäß ist ein spürbarer Teil des Bestands schlicht abschaltbar. Jede Schnittstelle, die nicht migriert wird, ist die günstigste Schnittstelle im Projekt.
Die Themen, die Projekte teuer machen
Java-Mappings und User Defined Functions lassen sich nicht eins zu eins übernehmen. BPM-Prozesse haben in der Integration Suite kein direktes Äquivalent und müssen fachlich neu gedacht werden. B2B-Szenarien mit EDI-Bezug brauchen Trading Partner Management statt einer reinen Adapterumstellung.
Diese drei Punkte entscheiden über den Aufwand, nicht die Anzahl der iFlows. Wir klären sie früh, damit die Schätzung trägt.
Parallelbetrieb und Ablösung
Migration heißt in der Praxis Parallelbetrieb: Die alte Strecke läuft weiter, während die neue verifiziert wird. Dafür braucht es Testdaten, einen Abgleich der Ergebnisse und einen definierten Umschaltpunkt je Schnittstelle statt eines Stichtags für alles.
Häufige Fragen
Wann genau endet die Wartung für SAP PI und PO?
Die Mainstream-Wartung für SAP Process Orchestration endet Ende 2027. Für SAP NetWeaver basierte PI-Installationen gelten die Fristen des jeweiligen NetWeaver-Releases. Prüfen Sie Ihre konkrete Installation im SAP Support Portal, da Erweiterungsoptionen und Einzelfristen je nach Release abweichen können.
Was passiert, wenn wir die Migration nicht bis 2027 schaffen?
Die Systeme laufen technisch weiter, aber ohne regulären Support und ohne Sicherheitskorrekturen. Für viele Unternehmen ist das ein Compliance-Problem, lange bevor es ein technisches wird. Kostenpflichtige Verlängerungen sind je nach Vertrag möglich, verschieben das Projekt aber nur.
Wie lange dauert eine PI/PO Migration?
Das hängt fast vollständig vom Bestand ab. Eine überschaubare Landschaft mit sauberen Standardschnittstellen ist in wenigen Monaten abgelöst. Landschaften mit dreistelliger Schnittstellenzahl, Java-Mappings und B2B-Szenarien sind Mehrjahresprogramme. Deshalb steht das Assessment am Anfang und nicht die Schätzung.
Lassen sich Schnittstellen automatisch migrieren?
Teilweise. SAP stellt Werkzeuge bereit, die einen Teil der Konfiguration übernehmen, besonders bei Standardadaptern und einfachen Message Mappings. Alles, was Sonderlogik enthält, braucht Handarbeit und fachliche Prüfung. Ein Werkzeug ersetzt die Migration nicht, es verkürzt den mechanischen Anteil.
Können wir die Migration mit einer S/4HANA-Einführung verbinden?
Das ist häufig sinnvoll, weil beide Vorhaben dieselben Schnittstellen anfassen. Es erhöht aber die Komplexität, weil sich Quellsystem und Integrationsplattform gleichzeitig ändern. Wir empfehlen in dem Fall, die Schnittstellen als eigenen Workstream mit eigener Testspur zu führen.
Machen Sie nur Migration oder auch den laufenden Betrieb?
Beides. Die Migration ist ein Ausschnitt aus der allgemeinen Schnittstellenberatung, nicht unser einziges Thema. Nach der Ablösung geht es in aller Regel mit Weiterentwicklung, neuen Anbindungen und Betreuung der bestehenden Strecken weiter.